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Ankauf der Statue Madonna mit Kind von Leonhard von Brixen


Nach fast 70 Jahren kehrt eine der bedeutendsten Altarskulpturen aus dem Kunstvermögen unseres Landes, welche im Zuge eines Diebstahles im Jahre 1937 außer Landes gelangt ist, nach Südtirol zurück. Die näheren Details sowie das Kunstobjekt selbst, nämlich eine Muttergottes mit Kind des berühmten Leonhard von Brixen, wurden auf der heutigen Pressekonferenz vom Präsidenten der Stiftung Südtiroler Sparkasse, RA Dr. Gerhard Brandstätter, sowie vom Landeskonservator Dr. Helmut Stampfer vorgestellt.


Die Muttergottes stellt eine bedeutende Skulptur der Tiroler Spätgotik dar und bildet zusammen mit den Seitenfiguren Petrus und Paulus, die sich seit 1954 im Diözesanmuseum in Brixen befinden, die vollständige Schreinkomposition des ehemaligen Flügelaltares der Kirche St. Peter in Schrambach (Gemeinde Feldthurns). Die Skultpur stellt ein vorzügliches Werk des Leonhard von Brixen dar, der von 1400 bis 1476 lebte und bekanntlich der Lehrmeister von Michael Pacher war. Das Werk wurde vom Tiroler Meister der Übergangszeit zwischen "weichem Stil" und "drammatischen Realismus" geschaffen und ist um das Jahr 1455 zu datieren. Mit großer Genugtuung gaben Stiftungspräsident RA Dr. Brandstätter und Landesvonservator Dr. Stampfer bekannt, dass die Skulptur nun wieder nach Südtirol zurückgekehrt sei. Die Vorgeschichte liest sich wie eine spannende Kriminal- bzw. Prozessgeschichte: In der Nacht vom 3. auf den 4. September 1937 wurde die Skulptur aus einem Bildstock bei Schrambach in der Gemeinde Feldthurns gestohlen. Über zwei Jahrzehnte später, im Jahr 1961 erkannte der Kunsthistoriker Nicolò Rasmo die Skulptur bei einem Antiquitätenhändler in Cortina d'Ampezzo wieder. Am 15. November des gleichen Jahres beschlagnahmte die Finanzwache die Skulptur auf Ersuchen des Denkmalamtes. Drei Jahre später, am 4. Mai 1964, wurde die Skulptur jedoch - aufgrund des Urteils des Untersuchungsrichters in Bozen - dem Antiquitätenhändler zurückgegeben, da er unter anderem nachweisen konnte, sie im guten Glauben erworben zu haben. Einige Jahrzehnte später, im Jahr 1987, wurde die Skulptur der Autonomen Provinz Bozen zum Kauf angeboten, doch scheiterte der Kauf an den hohen Preisforderungen. Im Janner 2004, schließlich wurde die Skulptur dem Landeshauptmann zu einem Kaufpreis von 300.000 Euro angeboten. Nun ist die Muttergottes mit Kind endlich nach Südtirol zurückgekehrt. Die Autenthizität der Skulptur wurde vom Landeskonservator Dr. Helmut Stampfer bestätigt, der auch eine Kaufempfehlung ausgesprochen hat. Wie Dr. Brandstätter und Dr. Stampfer betonten, sei es in all diesen Jahrzehnten - trotz Beschlagnahmung und Prozess - nie gelungen, die wertvolle Skulptur, das zum Kunstvermögen unseres Landes gehöre, nach Südtirol zurückzuführen. Umso größer sei nun die Genugtuung, dass dies nach fast 70 Jahren gelungen sei. In diesem Zusammenhang sprach Dr. Brandstätter dem Altpräsidenten Dkfm. Ander Amonn einen Dank aus, der wesentlich dazu beigeführt hat, dass die Abschlußverhandlungen von Erfolg gekrönt waren und somit die Skulptur aus Apulien (in Privatbesitz einer angesehenen Rechtsanwaltsfamilie) in die Heimat zurückgeholt werden konnte.

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