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Der historische Gastbetrieb des Jahres 2008 in Südtirol


Die Stiftung Südtiroler Sparkasse, das Landesdenkmalamt der Autonomen Provinz Bozen und der Hoteliers- und Gastwirteverband kürten am 21. September 2007, im Rahmen einer Pressekonferenz, zum zweiten Mal den Sieger des Wettbewerbs "Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol".Ort der Zusammenkunft, dem die Jurymitglieder sowie die Landesrätin Frau Dr. Sabina Kasslatter Mur und der Landesrat Dr. Thomas Widmann beiwohnten, war der diesjährige preisgekrönte Gastbetrieb: Das Parkhotel Holzner in Oberbozen am Ritten.
Basierend auf dem Schweizer Projekt "Historische Hotels und Restaurants in der Schweiz", haben die drei Projektträger, auf Vorschlag des Landeskonservators Helmut Stampfer, diese Idee aufgegriffen und finanziell unterstützt. Wie in der Schweiz werden dabei Gastbetriebe, die sich um die Bewahrung ihrer historischen Bauwerke bemühen, prämiert. "Gerade im Zuge der Globalisierung wächst der Wunsch nach Identität und Heimat, sodass sich immer mehr Menschen auf ihre Wurzeln besinnen und für den Erhalt traditionell historischer Baugüter plädieren. Auch der Feriengast will mehr und mehr in einem Gastbetrieb einkehren, der trotz Um- oder Anbauten das kulturelles Erbe widerspiegelt ", meint dazu Stiftungspräsident RA Dr. Gerhard Brandstätter. Aufgrund des außerordentlich positiven Echos auf den ersten Wettbewerb im Vorjahr (Sieger war das Hotel "Drei Zinnen" in Sexten Moos, Der Gastbetrieb "Zur Krone" in Laas wurde mit einer besonderen Auszeichnung versehen) wurde das Projekt auch heuer ausgeschrieben. Dabei kamen von den mehr als 20 Teilnehmern 6 Gastbetriebe in die Endauswahl, wobei das Jugendstilhotel Holzner, 1907 erbaut, nach eingehender Qualitätsbeurteilung von den Jurymitgliedern Dr. Helmut Stampfer, Landeskonservator der Autonomen Provinz Bozen, Dr. Franz Caramelle, Landeskonservator von Tirol, Dr. Arch. Roland Flückiger Seiler, Stellvertretender Konservator der Stadt Bern, dem Architekten Dr. Arch. Peter Plattner, dem Präsidenten des HGV, Herrn Walter Meister, dem Präsidenten und Vizepräsidenten der Stiftung Südtiroler Sparkasse RA Dr. Gerhard Brandstätter und Dr. Andrea Zeppa zum eindeutigen Sieger mit nachstehender Begründung auserkoren wurde: "Für die Erhaltung und dem verantwortungsvollen Umgang mit der Architektur von 1907, für die Restaurierung und Wiederverwendung der zeitgenössischen Jugendstilausstattung, deren Qualität und Reichhaltigkeit in Mitteleuropa Seltenheitswert haben, für das Interesse an der Geschichte des Hauses, das sich in den ausgestellten Fotografien und Plänen äußert sowie für die mit hohem Anspruch verwirklichte Innovation im Wellnessbereich wird dem Parkhotel Holzner in Oberbozen am Ritten der Preis "Historischer Gastbetrieb des Jahres 2008 in Südtirol" zuerkannt."Mit der Übergabe einer Urkunde auf Pergamentpapier und der Anbringung einer Prämierungstafel am Gebäude wird die Auszeichnung nochmals öffentlich unterstrichen und soll somit der Familie Holzner in Zukunft als zusätzlich positive Visitenkarte dienen. Der Präsident des HGV, Walter Meister, betont in seiner Ausführung, dass diese Auszeichnung sowie die damit zusammenhängende Berichterstattung in den Medien sicherlich einen positiven Einfluss auf den Geschäftsverlauf haben wird, da viele Menschen dadurch erst auf die Gastbetriebe aufmerksam gemacht würden, wie das am Beispiel der im Vorjahr ausgezeichneten Betriebe seitens der Besitzer nachdrücklich bestätigt wurde. Auszeichnungskriterien für die Jury waren heuer, wie auch im Vorjahr, sowohl konservatorische Maßnahmen als auch Um-, An- und Erweiterungsbauten bei Beibehaltung und Pflege der historischen Architektur. Dabei lobten die drei Denkmalpfleger Dr. Helmut Stampfer, Dr. Arch. Roland Flückiger und Dr. Caramelle immer wieder das kulturhistorische Verantwortungsbewusstsein der Familie Holzner, die, obwohl sie sich nie mit reinen Erhaltungsmaßnahmen zufrieden gegeben hat, was die Terrasse vor der Hauptfassade oder die Neugestaltung des Wellnessbereichs zeigen, ihre An- und Umbauten jederzeit nahtlos dem Altbestand eingegliedert und so eine gelungene Symbiose von Alt und Neu geschaffen haben: "Das Hotel hat sein Gesicht, seinen Charme, seine Architektur und Ausstattung bis heute bewahrt. Beeindruckend sind die echten Jugendstillampen oder die originalen Thonetstühle, die noch in Gebrauch sind und eine wunderbare Verbindung von einst und jetzt herstellen." Landesrätin Sabina Kasslatter Mur pflichtet Dr. Helmut Stampfer bei, indem sie die Familie Holzner lobt, die "den Spagat zwischen Denkmalschutz und ökonomischem Interesse vorbildhaft geschaffen hat" und unterstreicht die außerordentlich wichtige Bedeutung und Erhaltung von historischen Bauten bzw. Gastbetrieben, da sie die Kulturgeschichte unseres Landes widerspiegeln. Landesrat Thomas Widmann stimmt dem zu und erkennt die wichtige Rolle eines solchen Projektes, das die Gastwirte ästhetisch sensibilisieren will und das kulturelle Bewusstsein in die breite Öffentlichkeit tragen soll: "Der Wettbewerb ist ein wichtiges Instrument, um die Entwicklung der Baukultur in eine sinnvolle Richtung zu lenken", In diesem Sinne soll die Bewahrung von architektonisch wichtigem Erbgut kein Hindernis beim Vermarkten des Betriebes darstellen, sondern im Gegenteil, gerade aufgrund der Erhaltung und Pflege historischer Architektur einen Mehrwert erzielen. Dr. Arch. Roland Flückiger meint dazu, "dass diejenigen Betriebe, denen es gelingt, ein innovatives Hotelkonzept mit der Erhaltung und Pflege der Substanz zu verbinden, über kurz oder lang zu den Gewinnern in der Branche gehören werden" und bedauert, dass die Schweiz bei weitem nicht so viele historisch wertvolle Betriebe wie Südtirol besitzt. Die rege Teilnahme von historischen Gastbetrieben und das breite Interesse der Öffentlichkeit an diesem Wettbewerb zeigen, dass immer mehr Menschen Qualität und nicht Quantität, Klasse und nicht Masse fordern. Der Vertreter der Architektenkammer, Dr. Arch. Peter Plattner, hielt hierzu fest, dass "gerade weil unser landwirtschaftliches Grün landauf, landab immer mehr verbaut und mit hohlen Bauobjekten gefüllt wird, der Wettbewerb eine Initiative ist, welche alternatives Handeln prämiert und gleichzeitig die Menschen für das Schöne sensibilisiert".

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