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Das Hotel & Restaurant zum Steinbock ist der historische Gastbetrieb des Jahres 2009


Die Stiftung Südtiroler Sparkasse, das Landesdenkmalamt der Autonomen Provinz Bozen sowie der Hoteliers- und Gastwirteverband ernannten am 03. Oktober 2008 zum dritten Mal den Sieger des Wettbewerbs „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol". Die begehrte Sieger-Auszeichnung wurde dieses Jahr aufgrund des besonders sorgsamen Umganges mit dem wertvollen Bauwerk bei gleichzeitiger Bewahrung seiner historischen Authentizität dem Gasthof Ansitz zum Steinbock in Villanders verliehen. Im Beisein der Jurymitglieder, der Landesräte Thomas Widmann und Werner Frick, der Stiftungsräte sowie der Südtiroler Medien überreichte Stiftungspräsident Gerhard Brandstätter den Eigentümern feierlich eine Urkunde auf Pergamentpapier sowie die Auszeichnungstafel aus Bronze für die Außenfassade, die der Familie Rabensteiner auch in Zukunft als positive Visitenkarte dienen soll.
Eine Sonder-Auszeichnung erhielt der Gasthof Alte Post im Fischleintal in Sexten, welcher, aufgrund der sorgfältigen Restaurierung/Renovierung, sein ursprüngliches Erscheinungsbild mit Anleihen aus der bäuerlichen Architektur weiterhin trägt und als vorbildhaftes Beispiel des Heimatstils dient.
Die bisherigen Preisträger - das Hotel Drei Zinnen in Sexten, das Parkhotel Holzner in Oberbozen am Ritten und der heuer ausgezeichnete Ansitz zum Steinbock in Villanders - sind herausragende Beispiele für eine sinnvolle und gelungene Verbindung zwischen Tradition und Innovationsbewusstsein. „Da das Renovieren und die damit verbundene Rücksichtnahme auf die historisch gewachsene Bausubstanz meist aufwendiger und kostspieliger als die Errichtung eines Neubaues ist, stellt die Sensibilisierung und die Reflexion hin zu einem kulturellen Verantwortungsbewusstsein einen Bedarf dar, dem wir mittels des Wettbewerbes, der damit zusammenhängenden öffentlichen Berichterstattung sowie der seit Anfang Oktober d. J. freigeschalteten Internetseite (www.historischergastbetrieb.it) Ausdruck verleihen möchten", meinte Stiftungspräsident Gerhard Brandtsätter und fügte hinzu, dass gerade in einer Welt, wo sich Städte und Dörfer immer mehr ähneln, es erforderlich sei, unser Kulturerbe zu erhalten und aufzuwerten, um Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen. Landeskonservator Leo Andergassen pflichtete dem bei und betonte, dass vor allem historische Bauwerke und Gastbetriebe die Ortsbilder unserer Gemeinden prägen, wie im Falle des diesjährigen Siegers der Ansitz zum Steinbock. Aufgrund der Beibehaltung seines kulturgeschichtlich bedeutsamen Erscheinungsbildes und der damit zusammenhängenden ablesbaren Geschichte vergangener Epochen, gelte er als profanes Wahrzeichen von Villanders. In Südtirol stünden derzeit 150 Gasthäuser und 30 Hotelanlagen als geschützte Zeugnisse eines qualitativ hoch stehenden und in der Geschichte tief verankerten Gewerbes unter Denkmalschutz.
„Zweifelsohne üben denkmalgeschütze Gastbetriebe aufgrund ihrer Individualität und symbolischen Kraft eine starke Anziehungskraft auf den Tourismus aus und wer imstande ist, diese wertvollen Bauwerke zu pflegen, zu überliefern und mit Feingefühl weiterzuentwickeln, steigert den gesamten Mehrwert des Objektes, welcher sich dann in einer betriebswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung in fast allen Fällen als sehr vorteilhaft erweist", unterstrich Landesrat Thomas Widmann und Walter Meister, Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes warnte die Eigentümer davor, sich vom raschen Geldverdienen blenden zu lassen: „Der Tourismus ist ein schnelllebiges Geschäft geworden. Was heute beim Gast gut ankommt, kann morgen bereits veraltet sein." Laut Andrea Zeppa, Vizepräsident der Stiftung Südtiroler Sparkasse, müsse gerade in einer Zeit, da die Konkurrenz und die Ansprüche ständig wüchsen und der Druck nach Änderungen und Anpassungen immer höher würde, den Menschen verschärft vor Augen geführt werden, dass über Jahrhunderte überlieferte bauliche wie auch geistige Hinterlassenschaften einen unschätzbaren Wert für die Lebensqualität wie auch für die Wirtschaft im allgemeinen darstellen und dass dieses Erbe nicht reproduzierbar sei - über kurz oder lang würde diejenigen Betriebe zu den Gewinnern zählen, denen es gelänge, ein innovatives Hotelkonzept bei gleichzeitiger Erhaltung und Pflege der historischen Substanz zu entwickeln.
Der Landeskonservator für Tirol, Franz Caramelle, hielt hierzu fest, dass die bisher ausgezeichneten Gastbetriebe die Verbindung von Alt und Neu in vorbildhafter Weise gemeistert hätten. So könne man am Beispiel des diesjährigen Siegers einerseits die Geschichte vergangener Epochen ablesen und gleichzeitig anhand der immer wieder kleineren Restaurierungen, Umbauten und Erneuerungen den Erfordernissen einer zeitgerechten Gastronomie Rechnung tragen.
Auch der im malerischen Fischleintal gelegene Gasthof Alte Post, dem dieses Jahr eine Sonder-Auszeichnung zugewiesen wurde, zählt nach Aussage des stellvertretenden Konservators der Stadt Bern, Roland Flückiger-Seiler, zu den Kostbarkeiten alpiner Hotelarchitektur in Südtirol, bei welcher Geschichte, Erhaltung und Weiterentwicklung, gut abgestimmt mit der Architektur und dem Landschaftsbild, ein gelungenes Ganzes bilden.
Die Projektträger und sämtliche Jurymitglieder stimmten zum Schluss in dem Punkt überein, dass nicht oft genug unterstrichen werden könne, wie wichtig es sei, jeden Einzelnen darin zu bestärken, stolz auf die Kulturgüter und das Naturerbe unseres Landes zu sein und Verantwortung hinsichtlich der Erhaltung und Pflege zu entwickeln. Der Wettbewerb „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol" und die hierzu entwickelte Internetseite (www.historischergastbetrieb.it) sollen jedenfalls einen wesentlichen Beitrag hierzu leisten.

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