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Interview mit Arch. Dr. Peter Plattner, Vertreter der Architektenkammer


1) Warum wird der Wettbewerb „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol" von der Architektenkammer unterstützt?
Das Ziel der Stiftung der Architektenkammer ist es, Initiativen zu unterstützen, die dazu beitragen hochwertige Architektur, die das kulturgeschichtliche Erscheinungsbild unseres Landes prägt, zu fördern. Der Wettbewerb „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol" ist eine solche Initiative. Die Wichtigkeit dieser Auszeichnung liegt in der ästhetischen Sensibilisierung und der Entwicklung hin zu einem verantwortungsvollen Umgang mit historisch wichtigen Baugütern. In exemplarischer Weise verdeutlicht er, dass trotz einem kontinuierlichen Bedürfnis nach Umänderungen und Erweiterungen eine Erneuerung von Gebäuden bei Bewahrung der historischen Authentizität möglich ist. So ist diese Auszeichnung ein wichtiger Ansporn für Bauherren und Architekten über Jahrhunderte überlieferte Gebäude, die einen unschätzbaren Wert für die Lebensqualität und letztendlich für die Wirtschaft darstellen, zu erhalten und die Entwicklung der Baukultur in eine sinnvolle Richtung zu lenken.

2) Welchen Wert stellen historische Gastbetriebe für Südtirol und dessen Architekturgeschichte dar?
Sehr oft stoßen Architekten auf das Klischee, dass historische Baustrukturen nicht an die funktionellen wirtschaftlichen Anforderungen angepasst werden können, ohne dass daraus für den Besitzer ein Nachteil entsteht. Der Wettbewerb „Der historische Gastbetrieb des Jahres" zeigt jedoch, dass die Erhaltung von traditionsreichen Betrieben kein Hindernis, sondern vielmehr einen Mehrwert darstellt, denn gerade der einzigartige Charakter und die symbolischen Kraft dieser geschichtsträchtigen Gebäude üben eine starke Anziehungskraft auf den Tourismus aus. Um auch in Zukunft als unverwechselbares Ferienland gelten zu können, ist daher eine Erhaltung historischer Gebäude unumgänglich. Heute kommen viele Urlauber nach Südtirol, gerade weil sie hier „noch!" das besondere Flair von jahrhundertealten Gebäuden finden. Diese Kostbarkeiten gilt es zu erhalten, was in einer Zeit der Profitgier und wirtschaftlichen Skrupellosigkeit nicht immer leicht ist. Einmal verschwunden jedoch, ist dieses historische Erbe, das die Kulturgeschichte Südtirols widerspiegelt, nicht wieder reproduzierbar. Was bliebe, wäre ein geschichtsloses Land, das in touristischer Hinsicht nichts mehr zu bieten hätte.
3) Worauf müssen Architekten heutzutage beim Umgang mit historischen Gastbetrieben achten?
Architekten stehen immer wieder vor der Aufgabe historische Gebäude zu sanieren. Dabei müssen sie beispielgebend sein für einen verantwortungsvollen Umgang mit kulturgeschichtlich wertvollen Objekten und beweisen, dass in einer Zeit, in der ein sinnhafter Umgang mit dem historischen Bestand immer noch als Hindernis gesehen wird und meistens in einem Abbruch und Neubau endet, eine Verbindung zwischen Denkmalschutz und ökonomisch touristischen Interessen möglich ist. Zu den Besonderheiten, die gleichermaßen den Reiz und die Schwierigkeiten dieser Aufgaben ausmachen, zählt dabei die Auswahl von geeigneten Materialien und Verfahren, die mit Fachwissen, Feingefühl und Augenmaß getroffen werden muss. Eine Herausforderung für uns Architekten heute ist die energetische Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Auch hier gilt der Grundsatz: energieeffiziente Eingriffe ohne Beeinträchtigung von Bausubstanz und Erscheinungsbild - denn wichtig bleibt letztendlich, dass die Besonderheiten und Charakteristika von historisch wertvollen Gebäuden erhalten bleiben.
Die Hauptkriterien sowie das Anmeldeformular dieses bedeutungsvollen Wettbewerbes können Sie unter der Internetseite www.historischergastbetrieb.it abrufen. Interessierte Gastwirte können sich noch bis zum 31. März d.J. am Wettbewerb der Stiftung Südtiroler Sparkasse, des Landesdenkmalamtes und des Hoteliers- und Gastwirteverbandes beteiligen.

 

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