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Interview mit Dr. Christoph Engl, Direktor der Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG)


1) Welchen Mehrwert stellen historische Gastbetriebe für die Tourismusbranche dar, finden Erlebnisfülle, Anziehungskraft und Ausstrahlung dieser Zeitzeugen genügend Anerkennung?
Historische Gebäude erzählen immer eine Geschichte, sie harmonisieren in der Regel mit ihrer Umgebung und bergen eine Atmosphäre, die oft über Jahrhunderte gewachsen ist. Sie geben einem Ort und den Menschen, die dort leben, Identität und Charakter: Die Geschichte, die dahinter steckt, erhält Ausdruck durch die Menschen, die das Gebäude bewohnen. Oft spürt man einfach, dass in einem Gebäude ein „guter Geist" herrscht, obwohl man diesen nicht messen und beweisen kann. Für den Tourismus sind historische Gastbetriebe sehr wertvoll, denn sie sind selten, stehen für Authentizität und tief verankerte Wurzeln. Menschen suchen in einer Zeit von Globalisierung und Schnelllebigkeit immer mehr nach etwas, das einmalig ist. Das kann moderne Architektur genauso wie historisch wertvolle sein, und diese wird noch wertvoller, wenn sie durch behutsame Anpassung neuen Komfortbedürfnissen entspricht.

2) Stellen Sie, mit dem Anlaufen des Wettbewerbes zur Prämierung und Erhaltung historischer Gastbetriebe in Südtirol, eine Bewusstseinsänderung bei den Feriengästen fest? Hat die Initiative genügend Rezeptivität?
Es ist allgemein feststellbar, dass Einheimische und Gäste mehr Sensibilität für die Themen Geschichte und Architektur aufbringen. Dies ist wiederum auf aktuelle Trendentwicklungen zurückzuführen: Die Menschen sind auf der Suche nach einem authentischen Lebensgefühl - dieses finden sie in Südtirol und seinen Kulturerben. Die Initiative "Der historische Gastbetrieb in Südtirol" und ihre Träger, die Stiftung Südtiroler Sparkasse, das Amt für Bau- und Kunstdenkmäler und der Hoteliers- und Gastwirteverband, haben deshalb sehr gut auf die Bedürfnisse von Gästen und Einheimischen reagiert. Der Wettbewerb erinnert an die wertvolle Geschichte und belebt historische Architektur. Jene Menschen, die besonders sorgfältig mit historischer Bausubstanz umgehen, werden in den Vordergrund gerückt. Es ist gut nicht nur finanzielle Anreize zu schaffen, damit historische Gebäude erhalten bleiben, sondern auch ideelle.
Die Initiative „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol" bekommt dann Kraft, wenn sie in der Wahrnehmung der Gäste und Einheimischen noch eine größere Rolle spielen kann. Als greifbares Angebot könnte z.B. eine mehrtägige Entdeckungsreise durch Südtirols historischen Gastbetrieben angeboten werden. Mit Sicherheit gibt es genügend Interessenten, die genau das suchen.
3) Historische Gastbetriebe sind Teil unserer Identität, unserer Geschichte. Wie stark ist die Bewerbung der historischen Gastbetriebe Südtirols in Ihren Marketing Konzepten verankert?
Unterkünfte benötigen zunehmend ein klares Profil: Es gilt Lebensweisen, Einstellungen und Wertehaltungen von Gästen anzusprechen. Historische Gastbetriebe schaffen es jene gezielt anzusprechen, die an Geschichte, Architekturstilen und Bauweisen interessiert sind. Auch die Südtirol Marketing Gesellschaft (SMG) hat sich in den letzten Jahren dem Thema Kultur im weiteren Sinnen gewidmet und eine Projektstelle Kultur geschaffen. Wir unterfüttern unsere Kommunikation mit kulturellen Inhalten, um den Botschaften Kraft zu geben. Architektur und Geschichte sind Themen, die wir immer wieder in zielgruppenspezifischen Medien platzieren. Südtirol kann sich glücklich schätzen, gute Beispiele von historischen Gastbetrieben zu haben, denn eben diese Beispiele eignen sich als Speerspitze für eine wirkungsvolle Kommunikation. Die Initiative „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol" wird dazu beitragen, dass sowohl Einheimische als auch Gäste für die Themen Architektur und Geschichte sensibilisiert werden.
Die Hauptkriterien sowie das Anmeldeformular dieses bedeutungsvollen Wettbewerbes können Sie unter der Internetseite www.historischergastbetrieb.it abrufen. Interessierte Gastwirte können sich noch bis zum 31. März d.J. am Wettbewerb der Stiftung Südtiroler Sparkasse, des Landesdenkmalamtes und des Hoteliers- und Gastwirteverbandes beteiligen.

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