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Das Hotel Elephant in Brixen ist der historische Gastbetrieb 2011


„Das historische Erbe ist unsere Zukunft! Dieses zu erhalten ist das eigentliche Ziel unserer Initiative." Mit diesen Worten eröffnete Stiftungspräsident Gerhard Brandstätter die gestrige Pressekonferenz, die im Konferenzsaal des Hotel Elephant, dem diesjährigen Wettbewerbssieger, stattfand. Bereits zum fünften Mal wurde vom Landesdenkmalamt, dem Hoteliers- und Gastwirteverband und der Stiftung Südtiroler Sparkasse die begehrte Sieger-Auszeichnung vergeben - dieses Jahr aufgrund der kontinuierlichen Entwicklung des Hauses in zahlreichen baulichen Etappen, die den Geist der Zeit widerspiegeln, um sich dabei würdevoll in die historische Einheit des Gebäudes zu integrieren. Im Beisein der Juroren, einiger Verwaltungs- und Stiftungsräte, der ehemaligen und diesjährigen Preisträger (Familien Heiss und Holzner Corona) sowie zahlreichen Freunden des Hauses und Medienvertretern überreichte Stiftungspräsident Gerhard Brandstätter der Familie Heiss feierlich eine Urkunde auf Pergamentpapier sowie die Auszeichnungstafel aus Bronze für die Außenfassade. Eine Sonderauszeichnung erhielt dieses Jahr das Wirtshaus „Zur Blauen Traube" in Algund, welches als ältester Gasthof des Ortes nach einer sorgsamen Revitalisierung und mit viel Liebe zum Detail nach wie vor eine einzigartige Atmosphäre ausstrahlt.

Auszeichnungskriterien für die Jury waren heuer, wie auch in den Vorjahren sowohl konservatorische Maßnahmen als auch Um- und Anbauten bei Beibehaltung und Pflege der historischen Bausubstanz. Dabei lobten die drei Denkmalpfleger Leo Andergassen, Roland Flückiger Seiler und Franz Caramelle das kulturhistorische Verantwortungsbewusstsein der Familie Heiss, die die Geschichte zum Kernelement ihrer Betriebsphilosophie erhoben hat. Dies spiegelt sich in den historischen Räumlichkeiten mit dem antiken Mobiliar und Kunstgegenständen, den Stuben, der Hauskapelle oder dem zeittypischen Schwimmbecken in der Gartenanlage aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts.
„Alle bisherigen Preisträger - das Hotel Drei Zinnen in Sexten, das Parkhotel Holzner in Oberbozen am Ritten, der Ansitz zum Steinbock in Villanders, der Zirmerhof in Radein, das Parkhotel Laurin in Bozen und das heuer ausgezeichnete Hotel Elephant in Brixen - veranschaulichen, dass Vergangenheit und Gegenwart im Einklang miteinander leben können und eine Entwicklung bei Erhalt wertvoller und schützenswerter Architektur möglich ist", verkündete Landeskonservator Leo Andergassen und unterstrich diese Aussage mit den Worten: „Eine Verbindung aus Tradition und Innovationsbewusstsein ist möglich. Leider wird der Bestand an historischen Monumenten naturgemäß nicht zu- sondern zwangsläufig abnehmen. So sind das Amt für Denkmalpflege und die Politik mehr denn je gefordert ein Leitbild zu erarbeiten, das die Schönheiten unseres Landes vor dem Abriss bewahrt, denn das eigentliche Kapital von Südtirol sind seine Landschaft und die orts- und landschaftsprägenden Bauwerke. Dass Südtirol nicht zunehmend gesichts- und geschichtsloser wird zugunsten gewinnbringender Eigeninteressen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe und Herausforderung, die nachhaltig aber einen Mehrwert und eine erhöhte Lebensqualität erzielen." Umso lobenswerter ist die Initiative einiger SVP-Abgeordneter für den Schutz alter Höfe einzutreten, die aufgrund schwer nachvollziehbarer Gesetze hemmungslos abgerissen werden. Umfragen jedoch ergeben, dass die Natur und die charakteristische Bauweise für Urlaubsgäste die wichtigsten Motive sind, unser Land zu besuchen. Das stetig wachsende Bedürfnis nach einer intakten Landschaft und einem unverwechselbaren Ortsbild bei Einheimischen und Touristen zeigen, dass die Bevölkerung bewusster unser Natur- und Kulturerbe wahrnimmt und offener für die unverwechselbaren Schönheiten unseres Landes geworden ist.. Dies bestätigte auch der Präsident des Hoteliers- und Gastwirteverbandes Walter Meister mit den Worten: „Zweifelsohne üben historische Gebäude wie Gastbetriebe oder alte Bauernhöfe aufgrund ihrer Individualität und symbolischen Kraft eine starke Anziehungskraft auf den Tourismus aus. Wer imstande ist, diese wertvollen Bauwerke zu pflegen, zu überliefern und mit Feingefühl weiterzuentwickeln, steigert den Mehrwert des Objektes, welcher sich in einer betriebswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung in fast allen Fällen als sehr vorteilhaft erweist." Der Konservator der Stadt Bern, Roland Flückiger Seiler hielt hierzu fest, dass sich das Hotel Elephant, dessen Hauptqualitäten auf der einzigartigen Geschichte und der historischen Bausubstanz des Gebäudes aufbaue und als Ikone der Bischofsstadt gelte, eine der ersten Adressen im Eisacktal sei. Landtagsabgeordneter und Miteigentümer des Hotel Elephant bedankte sich für die ehrenvolle Auszeichnung und unterstrich, dass die Sorge um den Elephanten der Familie Heiss Verpflichtung und die Auszeichnung ein Ansporn sei, dieses Bemühen fortzusetzen. Auch das Wirtshaus „Zur Blauen Traube" zähle nach Aussage des Landeskonservators von Tirol Franz Caramelle vor allem aufgrund der behutsamen und mit viel ästhetischem Feingefühl sanierten und renovierten Räumlichkeiten zu den Kostbarkeiten unserer Gasthofkultur.
Die Projektträger und sämtlichen Jurymitglieder stimmten zum Schluss in dem Punkt überein, dass nicht oft genug unterstrichen werden kann, wie wichtig es sei, jeden Einzelnen darin zu bestärken, stolz auf die Kulturgüter und das Naturerbe unseres Landes zu sein und Verantwortung hinsichtlich der Erhaltung und Pflege zu entwickeln. Der Wettbewerb „Der historische Gastbetrieb des Jahres" (www.historischergastbetrieb.it) soll jedenfalls einen wesentlichen Beitrag dazu leisten.

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