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Das langjährige Mitglied des Stiftungsrates Frau Dr. Ingeborg Bauer Polo ist gestern verstorben


Die 70-Jährige fiel am Mittwoch nach einem langen Leiden ins Koma und verstarb am selben Abend im Meraner Krankenhaus.
Frau Dr. Bauer Polo war seit dem Jahr 2006 Mitglied des Stiftungsrates der Stiftung Südtiroler Sparkasse. Hierbei hat Sie sich bei der Umsetzung von Förderprojekten durch großes Engagement und hohe Fachkompetenz ausgezeichnet wobei insbesondere ihre menschliche Art bleibende Spuren hinterlässt. Stiftungspräsident Dr. Brandstätter der im Namen aller Gremienmitglieder sowie der Mitarbeiter den Angehörigen Beileid bekundete, bezeichnete Dr. Bauer Polo als große Persönlichkeit die überall dort wo Sie sich einbrachte mit Gespür und Weitblick Impulsgeberin und treibende Kraft war.

Nicht unerwähnt sollte die außerordentliche politische Karriere von Frau Dr. Bauer-Polo bleiben: Ingeborg Bauer Polo war von August 1989 bis Juli 1995 Bozner Stadträtin für öffentlichen Unterricht, Sport, Freizeit, Statistik und Toponomastik und von Dezember 1995 bis Juni 2000 Stadträtin für öffentliche Arbeiten, Verkehrs- und Transportwesen, Stadtgärtnerei und Stadtpolizei.
In ihrer letzten Amtsperiode vom Juni 2000 bis Mai 2005 war sie Stadträtin für Finanzwesen, Sport, Straßen- und Transportwesen.
Besonders wichtig war der langjährigen Lehrerin und Direktorin der Bozner Mittelschule Adalbert Stifter, der SVP-Ausschuss für Heimat, Schule, Kultur und Sport, dem sie seit 2006 vorsaß und als dessen Vorsitzende sie im Jänner 2011 bestätigt wurde, eine qualitativ hochwertige Schule und der Unterricht der Muttersprache.
Bis zu ihrem Tod war sie Präsidentin des Südtiroler Bildungszentrums und des Vereins Alzheimer Südtirol.
Der Herausgeber einer Südtiroler Tageszeitung hat in seinem Nachruf die menschliche Seite der Verstorbenen auf eine würdige Weise dargestellt (lesen Sie mehr).

Sie ist leise von uns gegangen, unerwartet eigentlich, denn sie war noch nicht alt und trotz ihrer Krankheit voller Tatendrang. Sie lebte nach der schlimmenDiagnose weiter wie immer, radelte von Sitzung zu Sitzung, beriet, gab Ratschläge und Tipps, dachte über die Entwicklung dieser Stadt nach, was ja eher selten ist, betreute ihrenweiten Freundeskreis, ein regelrechtes Netzwerk im kulturellen und sozialen Bereich, das sie sich im Lauf ihrer langen, engagierten Jahre aufgebaut hatte, und das sie zu einem Mittelpunkt Bozner Sozial- und Kulturpolitik
werden ließ. Mit Ingeborg Bauer Polo verliert die Stadt eine große Politikerin, die die Stadt geprägt hat und die mit ihrem Wirken und mit ihrer Erscheinungim konfusen politischen Gefüge der Landeshauptstadt einen Stabilitätsfaktor darstellte. Sie war bodenständig, verwurzelt, natürlich interethnisch,in beiden Sprachen und Kulturen zu Hause, konnte mit allen und ließ sich nicht unterkriegen.Als sie als junge Direktorin in die Politik ging, auf Anhieb gewählt und Stadträtin wurde, rümpften einige Ethno-Puristen in der Partei die Nase.
(Dabei waren ihr die deutsche Schule, der deutsche Kindergarten und die deutsche Sprache ein Herzensanliegen.) Der italienische Mann, der zudem politisch der Rechten zugeordnet wurde, war nicht genehm, und es ist bestimmt wahr, wenn man behauptet, dass das der Grund war, warum sie nie Vizebürgermeisterin wurde, was ihr von ihren Fähigkeiten und ihrer Erfahrung her einfach zugestanden wäre. Dass sie nie in die Landespolitik ging, wo sie auch eine gute Landesrätin abgegeben hätte, hat auch ethnische Gründe. Das ließ sie aber nicht verzagen, sie arbeitete mit Einsatz für ihre Stadt weiter, wagte sich auch in Männerdomänen und war vor allem eine Fürsprecherin für alle Kulturschaffendenund Kreativen. Sie war eine Frau der Kultur, sie liebte das Theater und hat da auch viel für unser Theater getan.
Feministin im traditionellen Sinne war sie keine, „l'utero é mio, me lo gestico io", hat sie nie gebrüllt, aber sie war eine starke Frauenpolitikerin, eine Frau in der Politik, eine Frau, die mit der größten Selbstverständlichkeit ihr Frausein, ihre weibliche Sensibilität und Kultur in die Politik trug. Sie war als Frau respektiert, und sie ließ sich auch nicht unterkriegen.
Sie war kein Quotenweib, sie war „die Polo". Mit Würde und natürlicher Autorität Ich habe sie als Direktorin der „Adalbert-Stifter"-Schule kennengelernt und erfahren, dass sie für Erneuerung stand, für den frischen Wind in der damals noch verkrusteten Schulwelt, in der die Reaktionäre das Sagen hatten. In einer Zeit, in der Behinderung noch als Schande und Schmach empfunden wurde, als man Behinderte noch abschob und in Sonderklassen versteckte, glaubte sie an die Integration und richtete die erste integrierte Klasse des Landes ein, die ich als junger Lehrer mitbetreuen durfte. Es gab Proteste, aber wir hatten Recht. Sie hatte immer ein besonderes Gespür für die Anliegen jener, die im Schatten stehen, für die Bedürftigen und Leidenden, und niemand weiß, wie sehr sie sich für die Angehörigen von Parkinsonkranken eingesetzt hat. Sie hatte ein offenes Ohr für ihre Anliegen und Nöte, für diese Menschen, die mit dem Heroismus der Liebe, Demut und Hingabe Wunder wirken für ihre dementen Lieben, so wie sie das für ihre Mutter getan hat. Sie war eine Karrierefrau, klar, aber sie war auch eine rührend zärtliche Frau und Mutter. Eine Frau von gerechter, milder Weisheit, mit heller, wacher, kritischer Klugheit hat uns nun verlassen. Ein großer Verlust für die Stadt, für eine Politik, die noch an menschliche Werte glaubt. Mit Gefühlen der Dankbarkeit, der Tr

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