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Der historische Gastbetreib 2012 ist die Pension Briol


Wettbewerbssieger: Pension Briol in Barbian-Dreikirchen
Besondere Anerkennung: Wirtshaus Vögele in Bozen
Denkmalpflege bedeutet mehr Lebensqualität, denn die Bewahrung geschichtsträchtiger historischer Gebäude ist ein wesentlicher Beitrag Werte wie Kultur, Geschichte, Tradition und Identität zu pflegen, zu erhalten und zu überliefern. Denkmäler, dazu gehören auch die historischen Gastbetriebe, vermitteln und verkörpern als lebende Zeugen diese Werte zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Seit nunmehr sechs Jahren würdigen die Stiftung Südtiroler Sparkasse, das Landesdenkmalamt und der Hoteliers- und Gastwirte verband mit dem Wettbewerb „Der historische Gastbetrieb des Jahres" die Eigentümer, die nach streng denkmalpflegerischen Kriterien ihre Hotels restauriert und geschützt haben. Die heutige Pressekonferenz, die in den Räumen des diesjährigen Preisträgers, der Pension Briol in Barbian-Dreikirchen im Beisein der Wettbewerbsjuroren, Vertretern der Politik, der lokalen Medien und diversen Freunden des Hauses stattfand, bot wieder Gelegenheit in Erinnerung zu rufen wie wichtig die Pflege und Überlieferung historischer Baudenkmäler ist. „Es ist wichtig, dass ein solches Projekt von der Politik, der Wirtschaft und der Bevölkerung mitgetragen wird. Nur so kann unsere Vision und Mission, Denkmäler dauerhaft zu erhalten, erfüllt werden.
Es liegt im öffentlichen Interesse diese Herausforderung anzunehmen, nicht zuletzt da historische Gebäude als Zeugnis vergangener Zeiten unsere Kultur und Entwicklung aufzeigen", sagte Karl Pichler, Verwaltungsratsmitglied der Stiftung Südtiroler Sparkasse, der den aus gesundheitlichen Gründen verhinderten Stiftungspräsidenten Gerhard Brandstätter vertrat. Er dankte der Familie von Klebelsberg, die mit außergewöhnlichem Verständnis und Verantwortungsgefühl ihren Betrieb über all die Jahre geführt dazu beigetragen hat, Südtirol als alpine Kulturlandschaft - in all seiner Vielfalt- zu erhalten und zu etablieren. So wurde der Pension Briol in Pension-Dreikirchen „in Anerkennung des besonders sorgsamen Umganges mit dem wertvollen Bauwerk bei gleichzeitiger Bewahrung seiner historischen Authentizität" die Auszeichnung „Historischer Gastbetrieb des Jahres 2012" zuerkannt während die besondere Anerkennung dem alteingesessenem Wirtshaus „Vögele" in Bozen „in Berücksichtigung der besonders gelungenen Verbindung von historischer Bausubstanz und eleganter Erneuerung im Sinne stetigen Weiterbauens" zugesprochen wurde.

Nach Jahren, in denen zumeist historische Gastbetriebe aus der Zeit der Jahrhundertwende, der sogenannten Belle Époque, ausgezeichnet wurden (Parkhotel Holzner, Parkhotel Laurin oder Hotel Elephant), ist der diesjährige Sieger ein Architekturdenkmal aus der Zwischenkriegszeit, ganz dem nüchternen Bauhausstil verpflichtet, der sich im sachlichen Einsatz der Materialien wie der puristischen Formgebung und Ausstattung widerspiegelt. 1928 von dem Innsbrucker Maler und Architekten Hubert Lanzinger im Stile der Neuen Sachlichkeit umgestaltet, ist die Pension bis heute ins Detail unverändert geblieben. Dies ist nicht zuletzt der Familie von Klebelsberg zu verdanken, die - mit Sinn für Tradition und Qualität - dem Bau von Appartementburgen oder Wellness-Hotels an einem so malerischen Ort widerstanden hat. Nicht Urlaubsstress mit Sport- und Wellnessprogramm wird der Gast hier finden, sondern Ruhe, Natur, ein ausgezeichnetes gastronomisches Angebot und eine unvergleichliche Atmosphäre für Kenner und Genießer. „Hubert Lanzinger, ist mit der Pension Briol ein zeitlos stimmiges Ambiente gelungen. Inspiriert an Adolf Loos, dem Wegbreiter des Funktionalismus, steht inmitten eines Idylls ein Gebäude, fern von Kitsch und so rein, dass man in Andacht versinken möchte", schwärmte Landeskonservator Leo Andergassen. „Die universelle Harmonie von Haus und Umgebung spiegelt sich bis zur Vollendung auch im Inneren wider, wo in bester Bauhausmanier ein Gesamtkunstwerk geschaffen wurde und vom Geschirr über die Einrichtung bis zur Farbgebung alles aufeinander abgestimmt ist", bekräftigte Franz Caramelle, Jurymitglied und ehem. Landeskonservator von Tirol. Peter Plattner, Jurymitglied und Architekt stimmte in den Tenor ein: „Aus der Warte des Architekten kann ich behaupten, dass bei der Vielfalt an touristischen Angeboten, sich historische Gastbetriebe tendenzunabhängig zeigen. Das Erlebnis, das ein Gast in jedem dieser Betriebe erfährt, ist einzigartig und unverwechselbar." Dass Südtirol nicht gesichtsloser wird zugunsten gewinnbringender Eigeninteressen ist eine Herausforderung, der sich v.a. die öffentliche Hand mittels schärferer Gesetze stellen muss. Viele Ortschaften sind bereits zersiedelt, Ausdruck einer x-beliebigen Architektursprache wie sie überall auf der Welt zu finden ist. Was würde wohl Johann Wolfgang von Goethe über Bozen sagen, nachdem er 1786 auf seiner Italienreise die Landeshauptstadt besucht und auch (vor allem den Obstmarkt) gewürdigt hat? Wohl würde er das Wirtshaus „Vögele" (ehemals Roter Adler), das von der Jury als traditionsreichstes Wirtshaus in der Bozner Altstadt mit einer besonderen Auszeichnung gewürdigt wurde und mit viel Liebe zum Detail nach wie vor eine einzigartige Atmosphäre ausstrahlt, erkennen und schätzen, schwerlich aber die restliche Entwicklung unserer einst so schönen Stadt. Betritt man das alte Wirtshaus unter den Arkaden bögen (seit 1871 in Besitz der Familie Kamaun, seit 20 Jahren von der Familie Alber in Pacht), seit jeher Treffpunkt für Handelsreisende, Dichter und Denker wie Gastraum des wichtig

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