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Der historische Gastbetrieb 2013 ist das Hotel Pragser Wildsee


Die Auszeichnung „Der historische Gastbetrieb des Jahres"
(www.historischergastbetrieb.it) ist immer eine doppelte, denn sie würdigt sowohl die Bewahrung von charakteristischen Gebäuden in unserem Land als auch den Erhalt historischer Stätten als unersetzliche Orte der Kommunikation und des Genusses. Ob sie nun - wie der diesjährige Preisträger, das Hotel „Pragser Wildsee" - vor einer grandiosen Bergkulisse oder - wie das Bozner Wirtshaus Löwengrube (besondere Anerkennung) - in einem lebhaften städtischen Viertel stehen - wichtig ist, dass diese Traditionshäuser noch viele Jahrzehnte als Botschafter der gediegenen Bau- und Tischkultur sowie einer stilvollen Lebensart erhalten bleiben." Diese Worte richtete Stiftungspräsident Gerhard Brandstätter an die Anwesenden, die sich zur diesjährigen Preisverleihung im Hotel „Pragser Wildsee" einfanden. Der Bürgermeister von Prags, Herr Alfred Mutschlechner, SMG-Direktor Christoph Engl, sämtliche Jurymitglieder des Wettbewerbes, einige Stiftungs- und Medienvertreter scheuten nicht den weiten Weg, um den diesjährigen Preisträgern, Frau Dr. Caroline Heiss (Hotel Pragser Wildsee, 1. Preis) und Frau Dr. Barbara Leiter-Furgler (Wirtshaus Löwengrube, besondere Anerkennung) für ihren Einsatz und ihre Verdienste zu danken und zu gratulieren.


Der Bürgermeister unterstrich die faszinierende Geschichte des Hotels Pragser Wildsee, Dr. Caroline Heiss hob die Wichtigkeit nicht nur von guter Architektur sondern auch jene des genius loci, dem Zusammenspiel von Ort und Identität hervor. Dr. Barbara Leiter bestätigte diese Haltung und betonte zudem die Wichtigkeit der Rolle der Auftraggeber, bei welchen letztendlich die Verantwortung über baulichen Erfolg oder Misserfolg liegt.

Das Grand Hotel Pragser Wildsee, das 2009 sein 100jähriges Bestehen feierte, wurde 1809, fernab der Metropolen, an einem landschaftlich besonders reizvollen Ort errichtet. Auf Initiative der Wirtin Emma Heiss-Hellenstainer und ihrem Sohn Eduard errichtete der Wiener Architekt Otto Schmid (1857-1921) einen zeitlos schönen Bau, der sich wunderbar in die Landschaft einfügte. „Mit dem Hotel „Pragser Wildsee" erbaute Schmid nicht nur ein optimales Gebäude mit den neuesten Erfordernissen für den immer anspruchsvolleren Gast, sondern er gestaltete ein eigentliches Gesamtkunstwerk in der alpinen Berglandschaft. Am Seeufer erstellte er eine ausgedehnte Parkanlage mit Spazierwegen, einem eigenen Bootssteg sowie einer Kapelle. Neben dem Gebäude entwarf er auch das gesamte Interieur des Hotels inklusive Mobiliar: Tische und Stühle, Betten und Kommoden sowie sogenannte Chaiselongues", erläuterte Roland Flückinger-Seiler, Architekturhistoriker und Denkmalpfleger der Stadt Bern. Die imposante Erscheinung des Gebäudes am See mit seiner unverwechselbaren blaugrünen Farbe und der bewaldeten Umgebung mit den Berggipfeln im Hintergrund erscheint heute wie eine harmonische Ansicht aus früheren Zeiten. Kaum ein anderes Hotel im europäischen Alpenbogen vereinigt, dicht am Ufer seines ehemalig eigenen Sees, eine solche Symbiose von qualitätsvoller Architektur und intakter Naturlandschaft. In seiner über 100-jährigen Geschichte blieb das Haus stets in derselben Familie. Trotz mehrerer Generationswechsel und zahlreicher Umbauten sind kaum Brüche bei der gestalterischen Qualität zu finden. „Die historischen Räume präsentieren entgegen der Schnelllebigkeit unserer Zeit stillstehende Augenblicke des Verweilens, der Geborgenheit und Entspannung. So kommt solch seltenes Kulturgut nicht nur den Eigentümern zugute, sondern vor allem der Allgemeinheit", so Landekonservator Leo Andergassen. „Die Eigentümer des Hotels „Pragser Wildsee" haben es immer wieder verstanden, den wertvollen Gebäudekomplex laufend nach denkmalpflegerischen Kriterien instand zu halten und zu renovieren. So erscheint das Hotel am Pragser Wildsee heute als äußerst wertvolle historische Anlage in der einmaligen Naturlandschaft der Dolomiten, deren Qualitäten in der einzigartigen Geschichte sowie der liebevoll gepflegten historischen Architektur und ihrem Interieur zu finden sind." Darin war sich die gesamte Jury bei der Vergabe des Preises einig.

Ganz anders präsentiert sich das Wirtshaus Löwengrube in Bozen, das dieses Jahr die besondere Anerkennung erhielt. Im Jahre 1543 erstmals urkundlich erwähnt, ist es eines der ältesten Lokale in einem der lebhaftesten Viertel der Landeshauptstadt. Nach einem zweijährigen Umbau durch das Architekturbüro bergmeisterwolf eröffnete das historische Traditionshaus im Juli diesen Jahres mit einem brandneuen Konzept. Aus dem historischen Wirtslokal wurde nämlich eine Vinothek mit erlesener Küche. „Mit Respekt gegenüber der alten Baugeschichte ist es den Architekten gelungen, aus dem alten Wirtshaus ein modernes Lokal zu machen. Neben dem Erhalt bzw. der sorgfältigen Renovierung alter Strukturen (wie der neugotischen Stube) haben sich die Architekten für die Verwendung moderner Baumaterialien wie Glas und Stahl entschieden. Diese fügen sich harmonisch in die bestehenden Strukturen ein, treten mit diesen in Kontakt und tragen gleichzeitig dazu bei, dass aus dem Alten etwas Neues entsteht. Die Besitzer, die den „historischen" Wert ihrer Immobilie zu schätzen wissen, haben bei dem Umbau bewusst auf gute Architektur gesetzt, gleichzeitig aber auch die Entscheidung getroffen, nicht nur Altes wiederzubeleben, sondern einen neuen Dialog mit etwas vollkommen Neuem zu inszenieren", erklärte Architekt und Jurymitglied Christian Schwienbacher.
Was alle bisherigen Preisträger auszeichnet und den Inhabern über Generationen hinweg die notwendige Kraft und Motivation verliehen hat, ihre Häuser auch in schwierigen Zeiten weiterzuführen sind ihr Traditionsbezug, Innovationsgeist und unternehmerisches Gespür aber auch der Familiensinn und das Verantwortungsbewusstsein. „Wir hoffen, dass durch das Vorbild der gegenwärtigen Besitzer auch die nächsten Generationen zur Nachahmung und Weiterentwicklung angehalten werden, damit die Kontinuität dieser besonderen Gaststätten auch in nächster Zukunft noch garantiert bleibt." Mit diesen Worten schritt die Jury zur Preisverleihung über.
Detail-Informationen und Bildergalerie unter www.historischergastbetrieb.it

Im Bild: Stiftungspräsident Gerhard Brandstätter, SMG Direktor Christoph Engl, Bürgermeister von Prags Alfred Mutschlechner, Jurymitglieder, Preisträger (Familie Heiss, Hotel Pragser Wildsee; Familie Leiter, Wirtshaus Lòwengrube)

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