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Kleiderhaken aus dem eigenen 3D-Drucker


Tschuggmall-Schüler bauen mit Hilfe des TIS ihren eigenen 3D-Drucker
Ersatzteile für Maschinen und Haushaltsgräte oder einfach mal ein Kleiderhaken für das Klassenzimmer: das alles können sich die Schüler der Landesberufsschule „Tschuggmall“ in Brixen nun selbst mit dem eigenen 3D-Drucker ausdrucken. Aber damit noch nicht genug: den Drucker haben sie sogar selbst gebaut. Möglich machten dies das internationale Projekt „RepRap“, die Betreuung durch das Zentrum Produktentwicklung & Neue Technologien im TIS und die Förderung von der Stiftung Südtiroler Sparkasse.
Diese 3D-Drucker funktionieren im Grunde wie eine Spritzpistole: ein dicker Kunststofffaden wird eingeschmolzen und durch eine feine Düse gepresst; daraus wird dann computergesteuert das Modell aufgebaut. Verwendet wird dabei eine Art Biokunststoff, der auf Maisstärke basiert. Als Ausgangspunkt für den Druck dienen 3D-CAD-Zeichnungen.  
Einen solchen Drucker können die Schüler des Maschinenbaukurses an der Landesberufsschule Tschuggmall nun auch nutzen und praktische Dinge aus dem Schulalltag wie Maschinenersatzteile selbst herstellen. Aber nicht nur das: der Drucker wurde im letzten Schuljahr von den Schülern sogar selbst zusammengebaut. Möglich machte dies das Projekt „RepRap“.
„RepRap“ ist ein internationales Open-Source-Projekt, das vom Zentrum Simulation & Material entdeckt und in diesem Schuljahr auch in andere Schulen Südtirols gebracht werden soll. „Das Tolle an diesem Projekt ist, dass es auf Open Source beruht“, sagt Walter Weissensteiner vom Zentrum Simulation & Material im TIS, der verantwortlich ist für dieses Projekt. „Open Source bedeutet, dass die Bauanleitungen, die elektronischen Schaltpläne und der Quellcode der Software jedem frei zugänglich sind und jeder mithelfen kann, die Drucker zu optimieren und weiterzuentwickeln. All das kann der gesamten Community, also allen Menschen die weltweit an diesem und ähnlichen Projekten arbeiten, mitgeteilt werden.“ Auch beim Bau kann die Community helfen: lediglich wenige Teile – Standardbauteile, die überall auf der Welt verfügbar sind – müssen selbst angekauft werden, die restlichen Teile liefert die Community. Sie kann nämlich mit den bereits vorhandenen Druckern neue Drucker-Teile ausdrucken, der Drucker ist also „selbstreplizierend“. Oder man kann diese Teile auch im Maschinenbau-Unterricht selber fräsen, wie es bei den Tschuggmall-Schülern der Fall war. 
„Die Schüler haben vier Monate lang am Drucker gearbeitet und sind begeistert vom Ergebnis“, sagt Lehrer Hubert Sellemond. „Nun können wir Prototypen von Bauteilen ganz einfach ausdrucken und somit schnell erkennen, ob sie auch funktionieren. Außerdem können wir nun kleine Technikteile selbst herstellen und sogar weitere Drucker für andere Klassen bauen“, so Sellemond.      
„Durch dieses Projekt werden die Schüler für moderne Technologien begeistert. Außerdem werden durch die Open-Source-Methode die Produktionsmöglichkeiten demokratisiert: die Technologie ist jedem zugänglich, jeder kann mithelfen und sich mit der Community austauschen“, sagt Johannes Brunner, Manager des TIS Zentrum Produktentwicklung & Neue Technologien, der ergänzt: „Und jeder, der einen solchen Drucker schon zusammengebaut hat, ist Teil dieser Community.“
Die Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Bereich Produktentwicklung & Neue Technologien des TIS bringen das internationale Open-Source-Projekt RepRap auch heuer wieder an die Schulen. Interessierte können sich an Walter Weissensteiner (walter.weissensteiner@tis.bz.it; 0471 068 037) wenden.

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