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Soziale Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert – ein Plädoyer für die soziale Marktwirtschaft gegen den Finanzkapitalismus von Norbert Blüm


Die Stiftung Südtiroler Sparkasse und das Kuratorium Marienberger Klausurgespräche haben den bekannten deutschen CDU-Politiker Norbert Blüm zu einem Vortrag in der Sparkasse Academy eingeladen
„Soziale Gerechtigkeit ist ein Ideal, das man nie wird erreichen können ­ man kann allenfalls danach streben. Über Jahre wurde die Gerechtigkeitsfrage verdrängt. Jetzt bricht sie sich wieder Bahn.“ Norbert Blüm, Autor dieser Zeilen, verkörperte wie kein anderer das „soziale Gewissen“ der CDU. Ihr „Herz-Jesu-Marxist“ ist in der christlichen Soziallehre ebenso fest verankert wie in der katholischen Arbeiterbewegung. Nie verlegen um das auch über das Tagesgeschehen hinaus zugespitzte Wort, prophezeite er 2006, als die Banken- und Schuldenkrise erst in eingeweihten Kreisen als Drohkulisse real zu werden drohte und ehe der Euro an den Rand des Zusammenbruchs, die Politiker an den abgründigen Misstrauens gerieten, folgenden, heute Wirklichkeit werdenden Kehraus: „Die Manager sahnen ab wie nie zuvor, gleichzeitig ermahnen sie die Arbeitnehmer zu Lohnzurückhaltung. Politiker, die diesem Handeln nicht widersprechen, müssen sich nicht wundern, wenn sie mit den Abstaubern in einen Sack gesteckt werden.“ Warum? Weil, da ist sich der Deutsche Arbeitsminister von 1982-1998 sicher, „die Menschen ein hoch entwickeltes Gespür für Gerechtigkeit haben.“ Wie richtig Blüm damit liegt, zeigen Wutbürger, zeigen bürgerliche Radikalität unserer Tage, zeigen die Proteststimmen nicht nur aktuell in Italien, zeigt die tiefe Verachtung, die den als „Kaste“ wahrgenommenen Politikern immer häufiger entgegenschlägt.
Um zwei große thematische Gravitationsfelder kreiste Blüms Bozner Referat zur Entwicklung einer zukunftsfähigen Kultur der Sozialen Gerechtigkeit:

1. Die zwei Welten der Geldwirtschaft und der Arbeitswirtschaft; wobei eine davon vielfach als eine Welt des Scheines, die andere als die Welt der Realitäten ist wahrgenommen wird.
2. Die Rehabilitation der Arbeit, die ebenso kulturell wie wirtschaftlich gefordert ist. Denn erst in der Arbeit überwindet der Mensch Widerstände und erfährt sich so als ein Selbst mit anderen. Und erst mit ihr schafft er Werte, wo die Geldwirtschaft allein mit Finanzen spielt.
Nachgegangen wird hiermit den fundamentalen, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die allgemeine Wohlfahrt bestimmenden, ja, den Gemeinsinn bedingenden Fragen nach dem Wert des Menschen und dem Wert seiner Arbeit. Womit auch zusammenhängen kritische Stellungnahmen zur gegenwärtigen Ökonomisierung aller Lebensäußerungen, also zur schleichenden Verwirtschaftung des alltäglichen Daseins, und mögliche Antworten zum Zusammenhang von Kapitalwirtschaft und Arbeitskräfteabbau – aber auch nach der Herkunft der Managermillionen und der sozialen Dimension des Kapitals. Dabei scheute sich Blüm nicht, perspektivische Möglichkeiten darüber anzustellen, was zu tun wäre, um es besser zu machen. In Europa, aber auch für die Welt!

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