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Das Seehotel Ambach ist der historische Gastbetrieb 2014


„Die Jury hat dieses Jahr eine mutige aber konsequente Entscheidung getroffen. Mit der Auszeichnung des  40 Jahre alten Seehotel Ambach in Kaltern hat sie das „historische“, nicht an der Zahl der Jahre, sondern an der Qualität der Architektur, der perfekten Erhaltung des Bauwerks, der unübertrefflichen Zusammenarbeit zwischen Bauherrin und Architekten und seiner Gastlichkeit prämiert. Othmar Barth, der 2010 verstorbene Meister der Südtiroler Moderne hat mit dem Seehotel ein Stück Architekturgeschichte geschrieben, das in seiner nahezu unveränderten Struktur eine absolute Ausnahme im Tourismusland Südtirol bildet. Als epochales Gesamtkunstwerk, das Natur und Architektur verbindet, aber auch die Atmosphäre des gesamten Ortes einfängt und verstärkt, gilt es heute als einzigartiger Erholungsort.“ Mit diesen Worten eröffnete Stiftungspräsident Gerhard Brandstätter die gestrige Pressekonferenz/Prämierungsfeier der nunmehr achten Ausgabe des Wettbewerbes „Der historische Gastbetrieb des Jahres“.

Jurymitglieder und ehemalige Gewinner sowie Vertreter aus den Bereichen Tourismus (u.a. die neue Führungselite der SMG Uli Rubner und Greti Ladurner), Architektur- und Denkmalpflege, des Gastgewerbes und der Medien kamen, um den diesjährigen Preisträgern, Frau Anna Ambach-Weis (Seehotel Ambach in Kaltern, 1. Preis) sowie der Familie Kirchlechner (Ottmanngut – Suite & Breakfast in Meran, besondere Auszeichnung) für ihren Einsatz und ihre Verdienste zu danken und zu gratulieren. Besonders erfreut zeigte sich die Bürgermeisterin von Kaltern, Frau Gertrud Benin: „Es ist mir eine besondere Freude, dass ein Gastbetrieb der Gemeinde Kaltern diese wertvolle und angesehene Auszeichnung erhalten hat und werte sie als ein wichtiges Signal zur nachhaltigen  Verpflichtung von Gastwirten zur Erhaltung und Würdigung von wertvoller architektonischer Substanz. Diese Auszeichnung rückt das Seehotel Ambach, nicht nur aus der Sicht des Tourismus, sondern auch aus der architektur- und kulturgeschichtlichen Blickachse in ein völlig neues Licht und gibt dem Bauwerk in eine fast kultbildhaftige Dimension. Dieses Ausmaß an Vergegenwärtigung konnte vor allem durch die Weit- und Umsichtigkeit von Frau Anna Ambach-Weis erreicht werden und kommt nun in vergrößertem Maßstab der gesamten Kollektivität zu Gute."
Das Seehotel Ambach, ein seltenes Beispiel eines Gastbetriebes aus den frühen 1970-er Jahren, der sich im absolut originalen Zustand befindet, überzeugt Besucher und Gast vor allem durch seine großen architektonischen, plastischen und räumlichen Qualitäten. „Als  eines der Meisterwerke von Othmar Barth, der mit seinen bemerkenswerten Bauwerken längst in die „Architekturgeschichte des Alpenraumes“ eingegangen ist, ist dieses Haus seit seiner Entstehung vor rund 40 Jahren zu einer architektonischen Ikone geworden“, erklärt Jurymitglied und Schüler von Othmar Barth, Arch. Christian Schwienbacher. „Dass dieses Haus entstanden ist und auch nach 40 Jahren den Verlockungen des Marktes widerstanden hat, ist dabei nicht nur ein Verdienst des Architekten, sondern in erster Linie jenes der Bauherrin, Frau Anna Ambach-Weis, welche durch ihre Verbundenheit mit dem Architekten stets darauf bedacht war, das Gebäude in unverändertem, aber kontinuierlich gepflegtem Zustand zu belassen.
In die Laudatio auf das Seehotel Ambach stimmte auch Landekonservator Leo Andergassen ein: „Auch wenn das Werk Othmar Barths aus einem präzisen Zeitgeist heraus entstanden ist, so erfahren wir es als ein Gebäude, welches jenseits von Tendenzen, Zeitgeist und Moden entstanden ist. Gerade dieses „Zeitlose“ macht das Gebäude so einzigartig, das mittlerweile seinen festen Platz in der (Architektur) Geschichte gefunden hat und in seiner erhabenen Eleganz auch in ferner Zukunft noch begeistern wird. “Im Gegensatz dazu hat das Ottmanngut in Meran seinen Platz in der Geschichte schon etwas länger. Das nun seit 163 Jahren im Eigentum der Familie Kirchlechner befindliche Gebäude hat die Jury durch seinen  behutsamen Umgang mit dem Altbestand und die gediegenen neuen Ergänzungen, die das einzigartige Ensemble von Haus und Garten betonen, überzeugt, dem Haus „die besondere Auszeichnung“ zu verleihen. Am Fuße des Küchelberges in Meran gelegen, ist das vor hundert Jahren entstandene Gebäude ein äußerst idyllischer, ein „verwunschener“ Ort, der Gästen, Reisenden und Menschen, die Ruhe und Natürlichkeit suchen eine zeitgemäße, dem Zeitgeist entsprechende Gastlichkeit anbietet. „Wie das Seehotel zeichnet sich auch das Ottmanngut durch eine bauliche Klarheit und Konsequenz aus, durch eine Symbiose aus Architektur und Natur, die die Atmosphäre des Ortes, den „genius loci“  einfängt und verstärkt, um den Gästen somit ein einzigartiges Gefühl von Behaglichkeit und Geborgenheit zu vermitteln“, erklärt Jurymitglied Helmut Stampfer und ergänzt: „In Merans Goldener Zeit als Pension gegründet, kommt dem, in den Jahren  2011 – 12 behutsam umgestalteten Ottmanngut heute eine weit größere Bedeutung zu als damals, hat sich in  Meran die Zahl von Häusern mit einer solchen kulturellen Dimension im Zuge des Fortschritts doch in Besorgnis erregender Weise verringert. Dass es auch ohne Verluste und mageren Ersatzbauten möglich ist, Meraner Tourismuskultur zeitgemäß und auf hohem Niveau weiterzuschreiben, ist als Hoffnungsschimmer zu werten, der öffentlichen Dank verdient.“
Was das Seehotel Ambach, das Suite and Breakfast Ottmanngut aber auch alle bisherigen Preisträger auszeichnet und den Eigentümern über Generationen hinweg die notwendige Kraft und Motivation verliehen hat, ihre Häuser auch in schwierigen Zeiten weiterzuführen sind ihr Traditionsbezug, Innovationsgeist und unternehmerisches Gespür aber auch der Familiensinn und das Verantwortungsbewusstsein. „Wir hoffen, dass durch das Vorbild der gegenwärtigen Besitzer auch die nächsten Generationen zur Nachahmung und Weiterentwicklung angehalten werden, damit die Kontinuität dieser besonderen Gaststätten auch in nächster Zukunft noch garantiert bleibt.“ Mit diesen Worten schritt die Jury zur Preisübergabe. Zuvor jedoch zog Walter Meister, Ehrenpräsident des HGV und scheidendes Jurymitglied, noch ein kurzes Resümee über die acht Jahre Wettbewerb. Dabei unterstrich er das stark zugenommene kulturelle Interesse an den historischen Gastbetrieben und den damit verbundenen erhöhten Bekanntheitsgrad, der unmittelbar, auch über das kontinuierlich zunehmende Interesse eines immer aufmerksamer und sensibler werdenden Publikums, zu einer Steigerung des Umsatzes führe. Diese wiederum erleichtere nachhaltig die Erhaltung der Bauwerke, was zweifellos eines der Hauptziele des Wettbewerbes sei. Herr Meister bedankte sich abschließend bei den Jurymitgliedern Dr. Leo Andergassen, Dr. Franz Caramelle, Dr. Arch. Roland Flückiger-Seiler, Dr. Arch. Christian Schwienbacher und Dr. Helmut Stampfer, beim Direktor der Stiftung Sparkasse, Dr. Andreas Überbacher sowie beim Präsidenten der Stiftung, RA. Dr. Gerhard Brandstätter für die sehr interessante und fruchtbare Zusammenarbeit und wünschte seinem Nachfolger, dem neuen Hgv Präsidenten Manfred Pinzger viel Erfolg und Freude in der Wettbewerbsjury.
Detail-Informationen und Bildergalerie unter www.historischergastbetrieb.it und über die Wettbewerbsbroschüre „Der historische Gastbetrieb 2014“ erhältlich bei der Stiftung Sparkasse, Talfergasse 18, Bozen, dem Hgv, Schlachthofstrasse 59 und dem Amt für Bau- und Kunstdenkmäler, Armando-Diaz-Strasse 18 .
Im Bild: Die Jury (Stiftungspräs. G. Brandstätter,  HGV-Präs. M. Pinzger, Landeskonservator L. Andergassen, H. Stampfer, F. Caramelle, R. Flückiger, C. Schwienbacher), HGV-Ehrenpräsident W. Meister, Wettbewerbskoordinator W. von Klebelsberg, die Preisträger (Anna Ambach Weis, Martha Ambach, Seehotel Ambach Kaltern – 1. PREIS; Georg Kirchlechner mit Söhnen, Ottmanngut – Suite and Breakfast Meran – AUSZEICHNUNG)

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