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Der historische Gastbetrieb des Jahres 2017, Hotel Schloss Sonnenburg, St. Lorenzen


„Seit 11 Jahren vergeben die Stiftung Südtiroler Sparkasse, das Amt für Bau-und Kunstdenkmäler und der Hoteliers- und Gastwirteverband die Auszeichnung „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol“ an Südtiroler Hotels, Gastbetriebe und Gasthäuser. Alle bisherigen Preisträger und besonderen Auszeichnungen sind ein leuchtendes Beispiel für eine einzigartige Kultur der Geschichte der Gastlichkeit. Die Gastbetriebe sind unverwechselbar, exzellent und authentisch, in ihrer Architektur und in ihrer zeitgemäß interpretierten Kultur der Gastlichkeit.“ Mit diesen Worten eröffnete der vormalige Präsident der Stiftung Sparkasse Karl Franz Pichler in Vertretung von Stiftungspräsident Konrad Bergmeister die Pressekonferenz/Prämierungsfeier der nunmehr elften Ausgabe des Wettbewerbes „Der historische Gastbetrieb des Jahres in Südtirol.“
Jurymitglieder und ehemalige Gewinner sowie Vertreter aus den Bereichen Tourismus, Architektur- und Denkmalpflege, des Gastgewerbes und der Medien kamen, um den diesjährigen Preisträger,  die Familie Knötig (Hotel Schloss Sonnenburg in St. Lorenzen, 1. Preis), für ihren Einsatz und ihre Verdienste zu danken und zu gratulieren. Ausgezeichnet wurde auch die Familie  Franzelin, Eigentümerin des Gasthofes Krone in Aldein, die die „besondere Auszeichnung“ erhielt.

Preisträger: Der Sieger der heurigen Ausgabe, das Hotel Schloss Sonnenburg ist über viele Jahrzehnte, mit enormer Energie, großen Investitionen, Kreativität und Traditionssinn zu einem einzigartigen Haus geworden. Ganz besonders wird die Auszeichnung auch loben, wer die Geschichte der Rettung des 1785 durch Kaiser Joseph II. säkularisierten und zur Ruine verkommenen Stiftes kennt, seit sie Karl Knötig 1965 erwarb und in Folge mit hoher Sensibilität, aber auch mit unternehmerischem Geschick die Grundlage für den Erhalt schuf, für den Fortbestand im 21. Jahrhundert und in einer globalisierten Welt. Aus den Ruinen ist dank Familie Knötig ein einzigartiges Ensemble geworden,  einer ganz besonderer Mikrokosmos - ein „12 Sterne Hotel“, wie es von Jurymitglied Roland Flueckiger-Seiler bezeichnet wurde - zu  dessen Alleinstellungsmerkmalen der Genius Loci, die grandiosen Ausblicke, Ruhe, Entspanntheit, Stil und Gastfreundlichkeit, aber auch Geschichte, Archäologie und Zauber gehören. Von den 4000 Jahren Geschichte erfasster Geschichte sind zwar nur ca. 1000 Jahre direkt erlebbar, diese unterstreichen mittels ihrer Fragmente aber umso mehr die Historizität der Siedlungs-, dann Burg- und nun Schloss Hotel Anlage. 
In der Laudatio auf das Hotel Schloss Sonnenburg meinte die Direktorin des Amtes für Bau- und Kunstdenkmäler Waltraud Kofler Engl: „Die Sonnenburg ist architektonisch ein Zeugnis der Geschichte und in der Hotelnutzung eine Verbindung von Historischem und Zeitgenössischem. Dem Gast werden über das Vier-Sterne-Angebot hinaus kultureller und architektonischer Genuss und über 1000 Jahre Geschichte geboten. Dazu tragen auch die unterhalb der südlichen Ringmauer wiederhergestellten Terrassengärten in beinahe mediterraner Qualität maßgeblich bei. Nach der Lehre der Hildegard von Bingen wachsen dort 200 verschiedene Kräuter.“  
Besondere Auszeichnung: Mit der “Besonderen Auszeichnung“ des Wettbewerbes wurde in diesem Jahr der Gasthof Krone in Aldein prämiert. Laut der Laudatio Helmut Stampfers wird der Bau der heutigen „Krone“ im Jahr 1330 erstmals erwähnt. Inwieweit in den Mauern noch Reste des damaligen Baues stecken ist unklar. Seit sich aber der Wirt Alexius Pitschl 1656 am Bogen der Haustür verewigt hat, sind 360 Jahre an kontinuierlicher Gastlichkeit in diesem Haus vergangen. Diese Tradition wird in vorbildlicher Weise seit 1720 von der Familie Franzelin fortgeführt. Die schöne Lage, die gute Nutzung, die Kontinuität in der Führung des jahrhundertealten Gasthauses, das historische Mobiliar und die teilweise originale Gebäudeausstattung, der schöne und dem Bestand gekonnt durch Bozner Architekten Arno Hofer 1971 angepasste neue Speisesaal und die schönen Zimmer waren für die Jury genügend Argumente, um den Gasthof Krone in den Reigen der prämierten Hotels aufzunehmen.
Was die heurigen Wettbewerbssieger aber auch alle bisherigen Preisträger auszeichnet ist ihre Unverwechselbarkeit. „Aber wie für Kunstwerke gilt auch für die historischen Gastbetriebe“, so der Präsident des HGV Manfred Pinzger, „man muss sie persönlich erleben, man muss in ihnen einkehren, um ihren Geist, ihr Herz und ihre Kraft ganz zu spüren und zu verstehen“. Mit diesen Worten schritt die Jury zur Preisübergabe.
Endauswahl: in die Endauswahl wurden heuer zwei Betriebe aufgenommen. Das Hotel Emma in Niederdorf und das Gasthaus Costamula de Sot in St. Ulrich. Das erste überzeugte die Jury mit seinen schönen Gaststuben, durch die beeindruckende und gut dokumentierte Geschichte und durch das harmonische Ganze im Erdgeschoss. Die Eigentümerfamilie bemüht sich außerordentlich den von Emma Hellensteiner erbauten Gastbetrieb in seiner historisch stratifizierten Dimension weiterzuführen. Costamula de Sot  nimmt eine Sonderstellung ein: der unter Denkmalschutz stehende ehemalige Bauernhof verlor durch die Neunutzung als Restaurant seine historische Funktion, wurde aber in seiner historischen, größtenteils erhaltenen und gut restaurierten Substanz gesichert und bleibt damit, auch wenn in einer etwas reduzierten Form, als Dokument erhalten. Es handelt sich bei diesem Gebäude um einen Grenzfall der Denkmalpflege, welcher jedoch von der Jury, in Anbetracht der extremen Situation an Verlust historischer Bausubstanz im Grödental, als richtungsweisend gesehen wurde. Es ist besser, dass ein entnaturiertes Gebäude wenigstens teilweise in seiner Substanz erhalten bleibt, als ein Totalabbruch und Neubau: man kann diese Juryentscheidung auch als einen wichtigen Appell zur Erhaltung unserer Heimatkultur interpretieren.
Leitartikel: der Leitartikel des diesjährigen Heftes unter dem Titel „Gastkultur in historischen Räumen“ von Leo Andergassen widmet sich der schwierigen Frage, ab wann ein historisches Gebäude, welches nicht als Gastbetrieb entstand, als solcher bezeichnet werden kann, bzw. inwieweit fördert der denkmalpflegerische Mehrwert eines denkmalgeschützten Bauwerks dessen Attraktionswert im gastronomische Bereich. „Es entsteht eine win-win Situation, die ein spannendes Wechselverhältnis beschreibt. Der Mehrwert für den Gast liegt im zeitweiligen Aufenthalt in einer standesgemäß besetzten Umgebung, auch im Sinne der Nachhaltigkeit. In Zeiten reduzierter Ressourcen wird der Ruf nach einer besseren Bestandsnutzung wach. Umnutzung gehört zum Zauberspruch der Nachhaltigkeit. In der Wechselwirkung zwischen Raumanspruch, Wellness, historisches Wohnen auf Zeit und den geforderten gastronomischen Konventionen gehört es mit zur Tagesordnung, für ein möglichst vielseitiges Raumerlebnis zu sorgen. Gerade die Freude an der historischen Substanz wird durch die Nähe nur gesteigert. Und auch die Gastronomie profitiert von einer Rückkoppelung in die Geschichte, die in Zeiten des Umbruchs nicht ohne Bedeutung ist“.
Detail-Informationen und Bildergalerie unter www.historischergastbetrieb.it und über die Wettbewerbsbroschüre „Der historische Gastbetrieb 2017“ erhältlich bei der Stiftung Sparkasse, Talfergasse 18, Bozen, dem HGV, Schlachthofstrasse 59 und dem Amt für Bau- und Kunstdenkmäler, Armando-Diaz-Strasse 18 , Bozen.

 

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