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Erhaltenswerte Höfe prämiert


Den Erhalt historischer Bauernhäuser haben der Bauernbund, die Architekturstiftung Südtirol, ITAS-Versicherungsverein, IDM, die Landesabteilungen für Denkmalpflege sowie Natur, Landschaft und Raumentwicklung und die Stiftung Südtiroler Sparkasse über die Initiative „Bauern[h]auszeichnung“ prämiert.
Historische Bauernhöfe sind ein wesentlicher Teil der heimischen Kulturlandschaft. Einen wichtigen Anreiz zur Sanierung alter, wertvoller Bauernhöfe will die Initiative „Bauern- [h]auszeichnung“ mit der „Ideenwerkstatt PLANEN“ und dem „ITAS-Preis“ geben. Bei der „Ideenwerkstatt PLANEN“ werden Architekten für den besten Ideenentwurf für die zukünftige Sanierung typischer Südtiroler Bauernhöfe ausgezeichnet. Der „ITAS-Preis“ hingegen prämiert bäuerliche Familien, die ihren Hof bereits vorbildlich energetisch saniert haben. 
Wert bäuerlicher Bautradition fördern
Bauernbund-Obmannstellvertreter Viktor Peintner erklärte: „Seit vielen Jahren setzen wir uns für den Erhalt historisch wertvoller Bauernhöfe ein. Zusammen mit unseren Partnern wollen wir nicht nur Bauern auszeichnen, die sich für eine Sanierung entscheiden, und die jeweiligen Architekten für ihre Entwürfe. Es geht uns allen auch darum, die Sensibilität für den besonderen Wert der alten bäuerlichen Bautradition zu fördern.“ Peintner rief dazu auf, Sanierungen noch stärker als bisher zu unterstützen. Das sei ein zusätzlicher Anreiz, alte Häuser zu renovieren. Die Architekten rief er dazu auf, auf die Wünsche der Eigentümer einzugehen: „Es ist richtig, dass Architekten ihre Vorstellungen umsetzen wollen. Sie dürfen aber nie vergessen, dass in den sanierten Häusern die bäuerlichen Familien wohnen und sich wohlfühlen müssen.“

Seit dem Beginn vor drei Jahren setzt sich auch IDM Südtirol (vormals SMG) für die Ausrichtung der „Ideenwerkstatt PLANEN“ ein, wie Alexandra Mair, Bereichsleiterin Key Account Tourismusmarketing, erklärte: „Ein gutes Lebensgefühl in einem ansprechenden Ambiente und Umfeld zu haben, reich an Erfahrungen zu werden und bereichert an Beziehungen: Dies macht einen wertvollen Lebensraum für Menschen aus. Weil wir uns bewusst sind, wie wertvoll Baukultur in Südtirol ist, die sich im Einklang mit der Landschaft befindet, waren und sind wir Befürworter der Initiative ‚Bauern[h]auszeichnung‘.“ 
Unterstützt wird die Initiative zudem von der Stiftung Südtiroler Sparkasse. Verwaltungsrat Reinhold Marsoner appellierte an die Eigentümer alter Höfe, diese zu erhalten. Sie seien die Seele des Landes. Mit jedem Hof, der abgerissen wird, gehe eine oft jahrhundertealte Geschichte verloren. 
Vorbildliche Projektentwürfe prämiert
Bäuerinnen und Bauern, die ihre Bauernhöfe sanieren möchten, waren auch heuer aufgerufen, sich bei der „Ideenwerkstatt PLANEN“ zu bewerben. Aus allen eingereichten Objekten wählte eine Jury drei besonders wertvolle und typische Gebäude aus. „Sie müssen mindestens 100 Jahre alt sein und zu einem Hof gehören, der bewirtschaftet wird. Zudem muss das Gebäude in ein bäuerliches Ensemble bzw. in einen stimmigen landschaftlichen und historischen Kontext eingebettet sein“, erklärte Peintner. 
Die Wahl der Jury fiel auf den Schwaltenhof der Familie Bernhard Mair aus Kortsch, den Breitenbergerhof der Familie Inge Windegger aus Lana und den Hatzeshof von Familie Alois Hofer aus Lajen.
„Über 40 Architekten haben die Höfe besucht. 19 Ideenentwürfe für eine zeitgemäße und maßgeschneiderte Sanierung des Hofes wurden eingereicht“, erklärte Klaus Ausserhofer, Koordinator des Projektes für die Architekturstiftung Südtirol. 
Der beste Entwurf für die Sanierung des Schwaltenhofes stammt von den Architekten Heinrich Zöschg und Alexander Karnutsch. Er gehe schonend und respektvoll mit dem Bestand um und füge die gefragten Funktionen sehr schlicht und sinnvoll ein, so das Fazit der Jury. 
Beim Breitenbergerhof haben die Vorschläge der Architektin Mirjam Brunner die Familie Windegger am meisten überzeugt. Auch hier wurde sehr sensibel auf die einzelnen Funktionen geachtet, und unterschiedlichste Szenarien wurden bedacht. 
Die beste Idee für die Sanierung des Hatzeshofes hatten die Architekten Jürgen Prosch und Felix Kasseroler eingereicht. Der Entwurf ist sehr feinfühlig und geht am besten mit dem baulichen Bestand um. Das Projekt machte sich als einziges Gedanken über eine Nutzung der schönen Kellerräume als Degustations- bzw. Aufenthaltsraum für die Feriengäste sowie der hölzernen Sommerveranda als Sauna mit Ruhebereich. Der Entwurf ist ein gut durchdachter Vorschlag für Urlaub auf dem Bauernhof. „Wir wollen die Menschen darauf hinweisen, dass man mit sinnvollen und kreativen Ideen in den noch bestehenden Bauernhäusern ein zeitgemäßes Wohnen ermöglichen kann“, erklärte Carlo Calderan, Präsident der Architekturstiftung.
Preis für herausragende Sanierungen
Bereits zum vierten Mal wurde heuer der „ITAS-Preis Bauern[h]auszeichnung“ verliehen. Damit zeichnet der „ITAS - Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit“ Bäuerinnen und Bauern aus, die ihr Haus bereits vorbildlich energetisch saniert haben. Bewertet wurden Gebäude, die entweder denkmalgeschützt oder architektonisch von Bedeutung sind und mustergültig saniert wurden. Zudem muss das Bauernhaus mindestens 50 Jahre alt und auch hier Teil eines bewirtschafteten Hofes sein. 
Der „ITAS-Preis Bauern[h]auszeichnung“ für die beste energetische Sanierung geht heuer an die Familie Taschler vom Rainhof in Gsies. „Die Sanierung des Rainhofes in Gsies entspricht der Zielsetzung des Preises, die vorbildhafte Sanierung eines bäuerlichen historischen Wohngebäudes in Südtirol auszuzeichnen. Dabei wurde in den denkmalgeschützten Baubestand samt seiner Ausstattung eine zeitgemäße Wohnnutzung integriert. Respektvolle, fachgerechte Restaurierung der historischen Elemente sowie sensible und kompetente zeitgenössische Planung und Ausführung führten zu einer sich gegenseitig steigernden Qualität“, erklärte ITAS-Vizepräsident Gerhart Gostner. 
Außerdem vergaben die ITAS-Agenten wieder den Anerkennungspreis der Jury. Er ging an die Familie Mayr vom Bühlerhof in Signat/Ritten. „Die Eigentümerfamilie hat durch großen Einsatz, kreative Eigenleistungen und gute Zusammenarbeit mit der Architektin gezeigt, dass die Sanierung eines in das Mittelalter zurückreichenden denkmalgeschützten Wohnhauses auch mit begrenzten finanziellen Mitteln möglich ist“, betonte Alexander von Egen.

Quelle: Südtiroler Landwirt 23.12.2016 

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