- Aktuelles

« zurück

Marilù Eustachio - Heimat


Kunst Meran eröffnete am 20. Juli die Einzelausstellung mit Marilù Eustachio.
Marilù Eustachio reflektiert in ihren Malereien und Zeichnungen persönliche Erfahrungen sowie Gedanken zu Literatur und Kunst. In Meran geboren (*1934), verbindet die in Rom lebende Künstlerin mit dem Vinschgau bis heute das Gefühl von Heimat. Ebendiese Heimat ist denn auch Thema der neuen Werkserie, die Marilù Eustachio nun erstmals in ihrer Einzelausstellung bei Kunst Meran zeigen wird. Daneben gibt die Ausstellung einen Einblick in das vielseitige Schaffen der Künstlerin aus den vergangenen zwanzig Jahren.
Ihre Mutter –eine Vinschgauerin –habe sich nie besonders wohlgefühlt in Rom, erzählt Marilù Eustachio, und so sei sie, wann immer sie ein wenig Zeit hatte, nach Südtirol gefahren. Und die Tochter fuhr mit. Auch als Erwachsene kehrt Eustachio immer wieder nach Mals und nach Südtirol zurück. Dies auch beruflich: Arnold Tribus zeigte ihre Werke regelmässig in der Galerie Spatia, die er von 1979-2000 in Bozen betrieb.
Im vergangenen Jahr hat sie sich nun dieser Heimat in 70 Blättern angenähert. Es sind Zeichnungen mit Kugelschreiber, Pastell oder Tusche, meist flüchtige Andeutungen von Landschaften (Bäume, Berge, Häuser). Andere sind dichtere, ausgearbeitetere Darstellungen, und manchmal sind es fast abstrakt wirkende Farbkompositionen. Die leichten, feinen Zeichnungen reduzieren sich –wie Erinnerungen nach vielen Jahren –und konzentrieren sich auf das Wesentliche.
Neben dieser neuen Werkgruppe wird in Meran in einer wandfüllenden Petersburger Hängung eine Auswahl von Arbeiten aus den vergangenen zwanzig Jahren gezeigt. Dabei lassen sich die immer wiederkehrenden inhaltlichen wie formalen Themen der Künstlerin ablesen, die sich durch die ganzen Schaffensjahre hindurch verfolgen lassen. Zum Beispiel Landschaft und Natur, insbesondere Bäume, ein Motiv, das sie auch in dem Wandbild, das sie für den Speisesaal des Hotel Laurin in Bozen realisierte, aufnimmt. Ein weiteres Interesse gilt dem Porträt, etwa in der Serie Il presente, il passato –Trasmutazioni, die seit 2003 entsteht und von der einige Arbeiten in die Hängung integriert sind. Dafür bearbeitet Eustachio Kopien von Fotos (von Matisse, Renoir, Giacometti bis hin zu Michael Jackson oder Matthew Barney), die sie in Büchern, Magazinen oder Zeitungen findet, mit Bleistift oder Farbstift. In den ebenfalls in der Hängung einbezogenen Collagen zeigen sich Marilù Eustachios Freude am Experiment, an Spielereien und ihr ausgeprägter Sinn für Humor. Beispielsweise in Hommage an Fontana –einer Collage aus den Deckeln einer Spenderbox für Taschentücher.
In einem dritten konzentrierten Werkkonvolut widmet sich Kunst Meran Eustachios Malerei. Die jüngsten der sogenannten Carte Colorate sind abstrakte Malereien, reduziert auf zwei Farben und den sich immer wiederholenden, schichtenden Pinselgestus.
Marilù Eustachio hat sich durch verschiedene Kurse zur Malerin und Zeichnerin ausgebildet und gab über zwanzig Jahren Malkurse für Jugendliche in Strafanstalten. Neben der Kunst ist die Literatur die zweite Leidenschaft und wichtige Inspirationsquelle in ihrem Schaffen. Stets stand und steht sie im Austausch und Kontakt mit anderen Künstler*innen, Intellektuellen und Autor*innen –Susan Sontag zählte zu ihren Freund*innen, ebenso wie Giorgio Agamben oder die deutsche Malerin und Feministin Sarah Schumann.

Marilù Eustachio
Heimat
Kuratorin: Christiane Rekade
Dauer der Ausstellung: 21. July - 16. September 2018
Ort: Kunst Meran im Haus der Sparkasse
Lauben 163, 39012 Meran

 


« zurück

Privacy | Impressum | Login |
Stiftung Südtiroler Sparkasse
Talfergasse 18
I-39100 Bozen
Tel. +39 0471 316000
Fax +39 0471 316050
info@stiftungsparkasse.it
stiftungsparkasse@pec.it