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30. Toblacher Gespräche: 27. bis 29. September 2019


Was wissen die Bäume? Zur Herrlichkeit und Drangsal der Wälder:
Es an der Zeit für die Toblacher Gespräche - nach Tagungen über Umweltbildung, Tourismus, Digitalisierung und die Energiewende – dem Naturschutz im engeren Sinne ein Thema zu widmen: der biologischen Vielfalt. Toblach ist von Wald umgeben, aber noch hat es keine Tagung gegeben, die sich explizit mit dem Wald in den Alpen auseinandersetzt hätte. Die Toblacher Gespräche der letzten drei Jahrzehnte haben sich vor allem auf das Solarzeitalter konzentriert, während die zweite Utopie der Umweltbewegung - das Zeitalter der Lebensvielfalt – eher eine stiefmütterliche Rolle spielte. Auch die alpinen Wälder werden vom Klimawandel bedroht. Stürme fällen ganze Berghänge, Erosion führt zu leeren Bächen, Dürren ziehen Schädlinge nach sich. Wie können sich die Wäldern an die Zunahme extremer Wetterereignisse anpassen? Daneben sind die Walder nicht nur Klimaopfer, sondern auch Klimaschützer. Artenreiche Wäldern können CO2 speichern, Bäume samt Humus und Vegetation binden Kohlenstoff.
In den letzten Jahren zeichnet sich eine neue Wertschätzung der Pflanzenwelt durch ein breites Publikum ab. Seit dem überraschenden Beststeller von Peter Wohlleben („Das geheime Leben der Bäume“) ist eine erkleckliche Reihe von Büchern erschienen, die sich mit den Sinnesorganen von Pflanzen und Bäumen beschäftigen. Wie die Bäume miteinander kommunizieren, wie sie fühlen und empfinden, was sie für ein Gedächtnis haben, wie ihr Sozialleben organisiert ist, wie sie intelligent und erfindungsreich sind, davon handeln diese Bücher. Pointiert formuliert: Haben Bäumen Bewusstsein? Das verweist auf ein anderes Naturverständnis, von der Umwelt zur Mitwelt und stellt die Frage nach der Stellung des Menschen in der Vielfalt des Lebens.
Schließlich kennt jedefrau und jedermann den Wald von Spaziergängen und Wanderungen, von der Jagd und dem Holz als Rohstoff. Am Freitag- oder Samstagnachmittag lassen sich Praxisübungen der Erkundung verschiedener Waldgebiete veranstalten. Durch Sehen und Tasten, durch Gerüche und Töne lässt sich der Wald in Erfahrung bringen, auch mit Hilfe von Kamera, Mikroskop und Google.

Weitere Infos: www.toblacher-gespraeche.it


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